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Handbuch
jüdische Kulturgeschichte

A.IV.7Marranos

Tanja Karlsböck, Armin Eidherr

Als Marranen werden Juden bezeichnet, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit in Spanien und Portugal zur Verleugnung ihrer Religion gezwungen waren, diese aber heimlich aufrechterhielten. Sie sind historisch mit den Zwangstaufen verbunden.

Begriffserklärungnach oben

Der Begriff Marranen vereint sowohl bekennende als auch konvertierte Juden, die ihre Religion und/oder Abstammung verbergen wollen oder müssen – auf welche Art und Weise auch immer. Unter dem Druck mancher iberischer Herrscher und der Kirche bekannten sie sich zum Islam, aber vor allem zum Christentum. Man bezeichnete diese als „Conversos“, „Christiani Novi“ oder despektierlich als „Marranen“[1 Das Wort Maran atha oder Maranatha kommt im I. Korintherbrief zu Ende (16, 22) vor. Dort heißt es: Wenn Jemand Christus nicht liebt, der sei Anathema und Maranatha.“ Graetz, Heinrich: Geschichte der Juden, Bd. 8, S. 200.]] (span.: Schweine[2], wobei diese Herleitung nicht ganz gesichert ist). Im allgemeinen Sprachgebrauch kann der Begriff auch „Gauner“ heißen und im Vulgärspanischen ist „marrano“ ein Schimpfwort, das seit dem 16. Jahrhundert auftritt und in diverse europäische Sprachen Eingang hatte, wo es allgemein zur Stigmatisierung und Ausgrenzung diente.[3] Heute wird die vom Volksmund geprägte Bezeichnung „Marrano“ jedoch trotz dieser abwertend-repressiven Konnotation als offizielle Bezeichnung für (zwangs-)getaufte Juden sefardischer Abstammung verwendet. Laut dem spanischen Wörterbuch der Real Academia Española bezeichnet es heute außerdem a) ein Schwein, b) eine dreckige Person, c) eine unhöfliche Person ohne Manieren, d) jemanden, der sich schlecht verhält.

Nicht nur kann man darunter einen Christen verstehen, der unter der Maske heimlich Jude bleibt, sondern Marrantentum auch als synkretistische Auffassung, die des Kryptojudaismus, nämlich als Erfahrung einer Begegnung zweier gegensätzlicher Religionen.

Im 19. und 20. Jahrhundert löste sich der Begriff des Marranentums von der historischen Konnotation und bezog sich weniger auf die Verheimlichung religiöser Praktiken, sondern vielmehr auf das Verschweigen der eigenen Wurzeln, des eigenen Judentums. Im Rahmen des neu erwachsenden Antisemitismus konnte dieses Verbergen oder Nicht-Erwähnen der eigenen Herkunft entscheidend, wenn nicht lebensrettend sein.[4]

Für das moderne „Marranentum“ ist ein unmittelbarer Bezug auf die spanischen Marranen des 15. Jahrhunderts nicht konstitutiv, da diese Bezeichnung im 19. und 20. Jahrhundert einen Wandel in der Bedeutung erfährt, der nur noch teilweise an die historischen Wurzeln anknüpft: Die Bezeichnung Marrane hat sich in der Moderne zu einem Identitätsbegriff entwickelt, der im Spannungsfeld zwischen Verfolgung und (Selbst-)Verpflichtung, zwischen Exklusion und Exklusivität anzusiedeln ist. Zu Bewusstsein und Stolz auf die jüdischen Wurzeln kommt das Wissen um eine Leidens- und Verfolgungsgeschichte, die ihre Kulmination in der Shoa findet. Das Marranentum wird so für Juden und Konvertiten verschiedenster Generationen zu einem gemeinsamen Nenner und zu einem Versuch, Tradition und Moderne zu transformieren und Brüche zu nivellieren.[5] Mit den Marranen und ihrer komplexen Situation entwickelte sich ein spezifischer Identitätsbegriff, der in der Forschung zu einer Diskussion um eine jüdische „Selbstverwirklichung durch Geheimhaltung“ führte.[6]

Geschichtenach oben

Die Geschichte der Marranen ist eng verknüpft mit der spanisch-jüdischen Geschichte, die im Spätmittelalter eine einzigartige Form des interreligiösen Zusammenlebens verzeichnet. Bereits hundert Jahre vor dem Ende der Reconquista wurden immer mehr Juden Spaniens zum Übertritt zum Christentum gezwungen. Sie blieben häufig im Verborgenen dem jüdischen Glauben treu und gaben sich nur nach außen hin als Christen. So konnten sie sich bisweilen in der Gesellschaft behaupten und in ihr Einfluss gewinnen, bis die Inquisition[7] 1492 gegen sie vorzugehen begann.

Florian Krobb beschreibt das gespaltene Verhältnis der Christen zu den sogenannten „Neuchristen“ folgenderweise:

[N]icht nur nahmen die Conversos vielfach diejenigen Positionen am Hof und in der Verwaltung ein, aus denen Juden zuvor entfernt worden waren, so dass die Converso-Klasse das Sozialprofil und auch „Sozialprestige“ der Juden „erbte“ – mitsamt all den damit verbundenen Anfeindungsmöglichkeiten. Es blieb – und das ist das eigentlich Erstaunliche – über Jahrhunderte hinweg in der christlichen Bevölkerung das Bewusstsein von den Neuchristen als distinktiver Gruppe wach; vollständiges Aufgehen in der christlichen Mehrheitsgesellschaft blieb den Konvertiten als Gruppe mithin über Generationen versagt.[8]

Mit den Massenausweisungen von 1492 und der Zwangstaufe der portugiesischen Juden im Jahr 1497 – viele spanische Juden hatten dort Schutz gesucht – fand die Geschichte der Juden auf der iberischen Halbinsel ein Ende.

Schon in der Frühen Neuzeit, besonders in der zweiten Hälfte des 17. und 18. Jahrhunderts, bricht das Zeitalter der messianischen Ausbrüche und häretischen Strömungen an: Strategien der Geheimhaltung und religiöser Zwiespalt prägten das Selbstverständnis des Judentums. „Zuhause Jude, draußen ein Mensch“, war ein Leitspruch der Haskala.[9] Das Phänomen dieser „heimlichen Juden“ nimmt nicht nur im Zeitalter der Inquisition einen großen Stellenwert ein, sondern wird auch im 19. Jahrhundert zu einer identitätsstiftenden Projektionsfläche für das deutsch-jüdische Bürgertum.[10] Der Marrane als „verborgener Jude“ ist ein Symbol für die Diaspora- und Exilgeschichte des Judentums.[11]

Das Marranentum wurde auch als antisemitische Metapher missbraucht. Der Ökonom Werner Sombart klassifizierte in seinem Werk Die Juden und das Wirtschaftsleben die „Kryptojuden“ als Agenten der kolonial-kapitalistischen Expansion.[12] Die „Reinheit des Blutes“ gilt bei rassistischen Argumentationen immer wieder als exkludierendes Leitmotiv.[13] Der Marrane, der mit seiner Identität ringt und sich ewig auf Wanderschaft zu befinden scheint, ist angelehnt an das Symbol des „ewigen Juden“, des Ahasver.

Marranen in der Literatur und Kunstnach oben

Das Sefardentum im Allgemeinen und das Marranentum im Speziellen spielen in der gesamten Kultur und speziell in der Literatur des aschkenasischen Judentums häufig eine Rolle.[14] Auch in der jiddischen Literatur setzte man sich vielfach mit den Marranen auseinander.

Bei dem jiddischen Lyriker Abraham Reisen (1876–1953) finden sich mehrere Gedichte, die das Marranentum thematisieren („Maranen“, „Zum hajntikn maran“[15] , „Sog, maran“ [16, S. 32f. Dieses allgemein gehaltene Gedicht eignete sich zur nachträglichen Herstellung eines Bezugs zu den Juden hinter dem Eisernen Vorhang.]]). In „Maranen“[17] wird ausgesagt, dass gewisse historische Umstände bisweilen zwingen können, Marrane zu werden. Doch auch in den Zeiten nötigen Verbergens soll man die Hoffnung auf Umkehr, auf Änderung der Zeiten und der politischen Verhältnisse immer aufrechterhalten: „Mir sajnen oft maranen; / nit schrek sich doch, majn liber; / ss’is schtendik doch faranen / a weg – zu gejn ariber …“ (dt.: „Wir sind oft Marranen; / Erschrick nicht, mein Lieber; / Es gibt doch ständig / einen Weg – wieder herüber zu gehen …“).

In dem szenischen, längeren Gedicht von Aaron Zeitlin (1898–1973) mit dem Titel „Doss jor 1492 (poeme in dialog)“[18], in dem (neben den Stimmen aus dem Volk) die historischen Personen Don Isaak Abravanel, Luis De Torres und Christopher Columbus auftreten, vertritt Abravanel anfangs unversöhnlich das Prinzip, auf keinen Fall den Glauben aufzugeben.

Hirsh Osherovitsh (1908–1994) geht in seinem Gedicht „Anussim“[19] mit sich – und generell den Juden in den kommunistischen Diktaturen – streng zu Gericht.[20]

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb Abraham Sutzkever (1913–2010) sein Gedicht über die Marranen[21] , mit denen er eigentlich generell das Diasporajudentum meint; im Speziellen nimmt er Bezug auf die Juden (und nicht auf Konvertiten), die er nach dem Zweiten Weltkrieg bei seiner Durchwanderung Europas von Osten nach Westen antrifft.[22]

Quelle 1:

Abraham Sutzkever:
Maranen

nit farloschn hobn sich di schajterss fun kasstilje.
flakern farhojlene ariber schtet un lender.
ss’is bajm folk der flakertojt geworn an idilje,
mit der masske nart er sajne frajndleche farlender.
schmink fun najnzik schprachn, ongefelkerte hawajeß,
keml-hojkerss, tomer wil a trunk der liber schochn,
alz, ess sol gedojern noch hajnt der scholem bajeß
un wi gezn af di aksslen trogn fremde jochn.
tojsent mol farbrent un doch faranen –
maranen.

woglendike betlerprinzn, ojssgeschtelt af lasskess,
funem schwarzn tojtntol getraje patriotn, –
wel ich sen dem riss fun ale scholechzn un masskess?
wi es wiklt sich arop a schotn noch a schotn?
knejtschn tojsntjerike farkarbt in jeder ssekte,
wolknss ongewaksene af undser groen friling,
nit-antgoirlte goiroleß, wisjess nit-antplekte,
wel ich sen ajch naket, on maranischer farhilung?
wogl-brider, wu ir solt nit schpanen –
maranen.
paris, 1947

In: Sutskever,  1948, S. 198.

(Marranen

Nicht erloschen sind die Scheiterhaufen von Kastilien, / Sie flammen verborgen über Städte und Länder hin. / Für das Volk ward der Flammentod schon zur Idylle. / Mit einer Maske täuscht er seine freundlichen Auslöscher; / Schminke aus neunzig Sprachen, den Völkern angepasste Grimassen, / Kamelhöcker, denn vielleicht will der liebe Nachbar einen Trunk, / Alles, es möge nur heute noch der Hausfrieden dauern / Und fremde Joche auf den Schultern wie Götzen getragen werden. / Tausendmal verbrannt und doch noch immer da – / Marranen.

Herumwandernde Bettlerprinzen, abhängig von fremder Gunst[23], / Treue Patrioten des schwarzen Totentals, – / Werde ich den Riss aller Schalen und Masken sehen? / Wie sich ein Schatten nach dem anderen abwickelt? / Tausendjährige Falten, eingekerbt in jede Sekte, / Wolken, auf unserem grauen Frühling hervor gewachsen, / Nicht-entschicksalte Schicksale, nicht-enthüllte Visionen, / Werde ich euch nackt sehen, ohne die marranische Vermummung? / Wander-Brüder, wo immer ihr auch schreitet – / Marranen.

Paris, 1947
Ü.: AE)

In der jüdischen Literatur wird das Thema auch im 20. Jahrhundert häufig bearbeitet: Über Lion Feuchtwangers Spanische Ballade beziehungsweise Die Jüdin von Toledo (1955) bis hin zu Robert Menasses Die Vertreibung aus der Hölle (2001).

In seinem Roman Botschaft aus Granada, der im Jahr 1492 handelt, schuf Ernst Sommer (1888–1955) eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Marranentum, das gerne als Metapher für die Situation in der Entstehungszeit des Romans (1937) gelesen wird. Der Roman erschöpft sich in dieser Dimension allerdings nicht, sondern greift tiefer und stellt die grundsätzliche Frage nach der jüdischen Identität im Kontext einer Atmosphäre, die von Duldung und Toleranz in Feindschaft und Verfolgung kippt. Sommer baut seinen Roman um Schlüsselfiguren, die historisch belegt sind, jedoch zu Symbolen unterschiedlichen Verhaltens im Angesicht der Situation werden.[24]

In dem Bild Marrano des bedeutenden jüdischen Malers Jossel Bergner (geb. 1920) scheint sich beides die Waage zu halten: Die Maske, die sich der Converso vor einem gewalttätigen, von Feuer- beziehungsweise Blutrot erfüllten Hintergrund vorhält, ähnelt seinem wirklichen Gesicht, das jedoch im Gegensatz zu dieser nicht verwegen, sondern müde und resigniert erscheint.

  1. Synonym bestehen auch die Bezeichnungen „Kryptojuden“ und „Anussim“ (hebr. אנוסים anússim: Gezwungene), wobei letzteres ein innerjüdischer (rabbinischer) Begriff ist. Graetz postuliert: „Portugiesische Historiker geben an: das Wort Marrano kommt von Maranatha, d.h. ‚der Herr kommt‘, und man bezeichnet damit solche, welche die Ankunft des Messias leugnen. Es sei ein Schimpfname für die Bekenner des Judenthums geworden. […
  2. Dazu: Roth, Cecil: A History of the Marranos. Philadelphia 1947, S. 27ff.
  3. Vgl. Schoeps, Julius H.: Der Mythos vom „imaginären Juden“. Von der Langlebigkeit und der Instrumentalisierung einer Metapher. In: Ludewig, Anna-Dorothea/Lund, Hannah Lotte/Ferruta, Paola (Hg.): Versteckter Glaube oder doppelte Identität? Das Bild des Marrantentums im 19. und 20. Jahrhundert. Hildesheim 2011 (= Haskala, Wissenschaftliche Abhandlungen 47), S. 43.
  4. Vgl. Ludewig/Lund/Ferruta: Einleitung. In: dies., 2011, S. 7–25, hier S. 14f.
  5. Vgl. ebd., S. 10.
  6. Vgl.Trigano, Shmuel: Le mystère d´Esther et de Joseph. La mystique politique du marranisme. In: Pardès 29 (2000), S. 11–21, bes. S. 21.
  7. Die Inquisitionsprozesse im Verlauf des 15. und 16. Jahrhunderts belegen, dass die damalige christliche Welt dem „Marranen-Status“ zutiefst misstraute. De facto integrierte sich die Mehrzahl der Getauften beziehungsweise Zwangsgetauften nach anfänglichem Zögern in die christliche Gesellschaft Spaniens und Portugals. Vgl. Schoeps, 2011, S. 45.
  8. Krobb, Florian: Kollektivautobiographien – Wunschautobiographien. Marranenschicksal im deutsch-jüdischen historischen Roman. Würzburg 2002, S. 19f.
  9. Vgl. bspw. Volkov, Shulamit: Antisemitismus als kultureller Code. München 2000, S. 137.
  10. Vgl. Ludewig/Lund/Ferruta, 2011, S. 17.
  11. Dieses Symbol wurde von Chajim Vital bis Jacques Derrida immer wieder mit subversiven theologischen und anthropologischen Aspekten aufgeladen und illustriert. Vgl. Bensaїd, Daniel/Corman, Claude: Le marranisme, entretien sur les mouvements d´émancipation d´hier et d´aujourd´hui. In: Europe solidaire sans frontières, Marxisme & Co., Januar 2002: http://www.europe-solidaire.org/spip.php?article2445 (22.4.2008); Derrida, Jacques: Le monolinguisme de l´autre ou la prothèse d´origine. Paris 1996, S. 88.
    Die zionistische Bewegung sah im „neuen Marranentum“ eine Fortschreibung der Diasporageschichte und damit auch einen Verlust jüdischer Identität, dazu: Nordau, Max: Kongressrede. Basel, 29.8.1897: http://www.zionismus.info/grundlagentexte/gruender/nordau-1htm (22.6.2010).
  12. Vgl. Sombart, Werner: Die Juden und das Wirtschaftsleben. Berlin 1911, S. 37.
  13. Schon im 15. Jahrhundert spielte das Konzept der „Reinheit des Blutes“ in Spanien eine zentrale Rolle. Vgl. bspw. Fritsch, Theodor (Hg.): Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des jüdischen Volkes. 44. Aufl. Leipzig 1939.
  14. Die Auseinandersetzung in der aschkenasischen Kultur mit der sefardischen begann im 19. Jahrhundert im Rahmen der Wissenschaft des Judentums und hatte gerade im Zusammenhang mit Fragen nach der („eigentlichen“) jüdischen Identität in einer Umgebung, in der Ausgrenzung und Assimilationsdruck ständig erfahren wurden, „neue“ Aktualität.
  15. In: Reyzen, Avrohm: Di lider. New York 1951, S. 146. Das Gedicht handelt von der Notwendigkeit, Marran zu werden, wenn die Gefahr besteht, selbst verbrannt zu werden, aber auch um die Gewissensqualen, die das Sich-Verstellen-Müssen verursachen kann.
  16. In: Arbeter Ring (Hg.): A naye hagodoh shel pessakh. New York o.J. [ca. Mitte der 1970er Jahre
  17. In: Reyzen, 1951, S. 138.
  18. In: Tseytlin, Ahrn: Gezamlte lider. Tsveyter band. New York 1947, S. 400–408.
  19. In: Osherovitsh, Hirsh: In der velt fun akeydes. Lider un poemes. Tel Aviv 1975, 23f.
  20. Eidherr, Armin, Die Darstellung des Marranen in der jiddischen Kultur. In: Ludewig/ Lund/ Ferruta, 2011, S. 199–217.
  21. In: Sutskever, Avrom: Yidishe gas. New York 1948, S. 198.
  22. Vgl. dazu etwa das Gedicht „Zu di jidn in dajtschland“ (datiert: Landsberg, April 1946). In: ebd., S. 154.
  23. Das Original – Ojssgeschtelt af lasskess (von poln. łaska: Gnade oder laska: Stab, Stock; Stange) – ist mehrdeutig: „Von Duldung abhängig“, möglicherweise klingt aber auch „auf Stöcken lehnend, auf Stöcke angewiesen, den Stöcken ausgesetzt“ an.
  24. Vgl. Langer, Gerhard: Ernst Sommers Roman „Botschaft aus Granada“. In: Ludewig/Lund/Ferruta (Hg.), 2011, S. 173.

Literatur:

Eidherr Armin: Die Darstellung des Marranen in der jiddischen Kultur. In: Ludewig/Lund/Ferruta, 2011(Hg.), S. 199–217.

Graetz, Heinrich: Geschichte der Juden, Bd. 8.

Krobb, Florian: Kollektivautobiographien – Wunschautobiographien. Marranenschicksal im deutsch-jüdischen historischen Roman. Würzburg 2002.

Langer, Gerhard: Ernst Sommers Roman „Botschaft aus Granada“. In: Ludewig/Lund/Ferruta, 2011, S. 173–198.

Ludewig, Anna-Dorothea/Lund, Hannah Lotte/Ferruta, Paola (Hg.): Versteckter Glaube oder doppelte Identität? Das Bild des Marrantentums im 19. und 20. Jahrhundert/Concealed Faith or double Identity? The Image of Marranism in the 19th and 20th Centuries. Hildesheim 2011 (= Haskala, Wissenschaftliche Abhandlungen 47).

Osherovitsh, Hirsh: In der velt fun akeydes. Lider un poems. Tel Aviv 1975.

Reyzen, Avrohm: Di lider. New York 1951.

Roth, Cecil: A History of the Marranos. Philadelphia 1947.

Schoeps, Julius H.: Der Mythos vom „imaginären Juden“. Von der Langlebigkeit und der Instrumentalisierung einer Metapher. In: Ludewig /Lund /Ferruta (Hg.), 2011, S. 43–56.

Sombart, Werner: Die Juden und das Wirtschaftsleben. Berlin 1911.

Sutskever, Avrom: Yidishe gas. New York 1948.

Trigano, Shmuel: Le mystère d´Esther et de Joseph. La mystique politique du marranisme. In: Pardès 29 (2000), S. 11–21.

Tseytlin, Ahrn: Gezamlte lider. Tsveyter band. New York 1947.

 

Weiterführende Literatur:

Beinart, Haim: The Expulsion of the Jews from Spain. Oxford/Portland, Oregon 2002.

Hering, Torres/Max, Sebastián: Rassismus in der Vormoderne. Die „Reinheit des Blutes“ im Spanien der Frühen Neuzeit. Frankfurt am Main 2006.

Heinen, Eugen: Sephardische Spuren II – Einführung in die Geschichte des Iberischen Judentums, der Sepharden und Marranen. Kassel 2002.

Poliakov, Léon: Geschichte des Antisemitismus, Bd. IV: Die Marranen im Schatten der Inquisition. Worms 1981.

Zitiervorschlag

Karlsböck, Tanja/Eidherr, Armin: Marranos. In: Handbuch Jüdische Kulturgeschichte. URL: http://hbjk.sbg.ac.at/kapitel/marranos/. Version . .

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